Samstag, 11. Oktober 2014

Veganes Vollkornbrot

Hier ein sehr leichter Rezept, um sich ein leckeres Veganes Vollkornbrot selber zu backen.
Für mich war es eine absolute Premiere, aber es lief so klasse, dass ich in Zukunft unser Brot immer selber backen werde. Das Schöne ist, dass man dieses Brot auch ganz variabel nach Wunsch umändern kann, was die zusätzlichen Zutaten betrifft (also z.B. auch mit Kräutern, getrockneten Tomaten, Kürbiskernen usw. )



Zutaten:

500 g Dinkelvollkornmehl
450 ml lauwarmes Wasser
1 Würfel Hefe
1- 1/2 TL Salz (gerne Meersalz)
2 TL Apfelessig
100 g geschrotete Leinsaat
 50 g Sonnenblumenkerne


Zubereitung:

Zunächst sollte man eine längliche Kuchenbackform oder auch eine passende Brotbackform sehr gut mit Margarine oder Kokosöl einfetten. Hierbei nicht sparsam sein, so löst sich später das Brot leichter aus der Form. Manche Hausfrauen schneiden sich aber auch gerne Backpapier zurecht und legen die Form dann damit aus. Für mich reichte das gute Ausfetten ;)

In eine Schüssel gibt man nun 450 ml lauwarmes Wasser und zerbröselt dann den Hefewürfel in kleinen Krümelchen hinein. Dann rührt man alles etwas um bis sich die Hefe aufgelöst hat. Nun gibt man das Dinkelvollkornmehl dazu und rührt es schonmal ein wenig um. Dann kommen auch schon die anderen Zutaten dazu. Das Salz und der Apfelessig. Die weiteren Zutaten wie Sonnenblumenkerne und Leinsaat sind natürlich auch jederzeit variabel. Man kann auch eine mediterane Variante mit getrockneten Tomaten, Oliven oder Kräutern ausprobieren, aber auch die Nussarten sind vielseitig einsetzbar.

Dann den Teig gut mit einem Kuchenschaber verrühren ( es ginge auch mit den Knethaken des Rührgerätes).Ist der Teig in der Backform, verstreicht man diesen gut und schiebt ihn dann in den (NICHT vorgeheizten) Backofen bei 200 Grad Ober-/Unterhitze oder 170 Grad Umluft für etwa 50-60 Minuten.

Die Zubereitung ist also ganz einfach und es bedarf gar keiner langen Arbeitszeit, um ein eigenes schmackhaftes Brot selber zu backen. Probiert es einfach mal aus!

Guten Appetit! Yammie...



Vegandella Burger

Hier das Rezept für meinen Lieblings-Burger vegan und homemade.



Zutaten für 4 kleine Burger (also für 2 Personen ohne Beilage, oder 4 Personen, wenn man eine Beilage dazu machen mag, z.B. Kartoffelecken aus dem Backofen):

4 Bio-Krustenspitzbrötchen (von ALDI, es gehen aber auch vegane Alternativen)
4 kleine Sojabratwürstchen (von ALDI)(diese einmal längs durchschneiden vor dem Braten)
1 Tomate (in 8 gleiche Scheiben schneiden)
2 Radieschen
4 Scheiben Gurke
1/2 kleine Zwiebel (rote haben einen tollen Geschmack)
4 frische Basilikumblätter
4 Salatblätter (da geht Eisberg, Kopfsalat, aber auch Feldsalat oder Rucola)
etwas Senf
Pfeffer
Meersalz
2 EL Olivenöl
(etwas Barbecue-Sauce, z.B. die von Heinz ist vegan, wer es gerne rauchig mag)

Zubereitung:

Ofen auf 200 Grad (Ober-/Unterhitze) oder 180 Grad (Umluft) vorheizen. Dann die Krustenspitzbrötchen 8-10 Minuten backen. Währenddessen in Olivenöl die Sojawürstchen-Hälften anbraten und das Gemüse vorbereiten. Die Brötchenhälfen dann mit etwas Senf beschmieren und mit den Zutaten belegen. Lecker!

Die Vegandella-Burger zählen zu "veganem Fast-Food" und sind bei mir auch eher mal die Ausnahme, aber sie sind absolut lecker und gehen besonders fix und schnell, wenn man es abends mal schnell haben mag. Sie sind auch eine klasse Idee für Besucher oder an einem spannenden Filmabend mit Freunden.

Viel Spaß beim Nachmachen! ;)




Freitag, 10. Oktober 2014

Buchtipp für vegane Einsteiger

Endlich ist es da! Mein allererstes veganes Fachbuch und mit Sicherheit nicht das Letzte. Es wurde mir wärmstens als ein sehr gutes Buch für vegane Einsteiger und Neulinge empfohlen: "Ab heute vegan - So klappt Dein Umstieg" von Patrick Bolk ist eine Art Wegweiser durch den veganen Alltag.



Es hilft bei allen Fragen, die sich Neu-VeganerInnen stellen und gibt praktische Tipps und Ratschläge für den Alltag. Man erhält alle entscheidenden Informationen zu Themen wie Gesundheit, Ernährung, Kochen und Backen, Einkaufen, Urlaub und Reisen, Kleidung, Kosmetik, Umgang mit Familie und Freunden und jede Menge mehr.

Das Buch ist vom Ventil Verlag (ISBN 978-3-95575-010-7) und kostet 12,90 €. Entstanden ist es aus einem der meistgelesenen Vegan-Blogs, "Deutschland is(s)t vegan" (www.deutschlandistvegan.de) und wird sogar vom VeBu (Vegetarierbund Deutschland) empfohlen.

In jedem Fall fand ich es ein gutes Buch, um mich schonmal nach und nach weiter in das Thema Vegan leben einzulesen. Ich weiß schon eine ganze Menge, doch wie das so ist, gibt es gerade zu diesem Thema noch unendlich viel zu entdecken und für mich selber zu klären. Daher bleibt dieses Buch sicherlich nicht das Letzte auf meiner Wunschliste, doch als Anfangsbuch werde ich es wohl nie mehr vergessen ;) Wer sich also für das Thema interessiert, ist mit dem Buch schonmal ein gutes Stückchen weiter mit seinem Wissen. Ich kuschel mich heute also mit einer guten Tasse Tee aufs Sofa und lese ein bisschen.

Wenn jemand noch besondere gute Buchtipps zu dem Thema hat oder auch ein veganes Kochbuch oder Backbuch empfehlen kann, immer gerne ;) Freue mich auf unschlagbare Tipps!

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Erste körperliche und geistige Veränderungen

Seit ich Veganerin bin, sind mir erste körperliche und geistige Veränderungen an mir aufgefallen, die ich hier mal aufzählen wollte:

1. Achtsamkeit und gutes Karma

Irgendwie fängt man plötzlich an viel bewusster zu leben als vorher. Man führt tolle Gespräche mit interessanten Menschen, liest viel und entwickelt sich insgesamt auch menschlich weiter. Man lächelt und fühlt sich viel wohler als früher, weil man endlich auch spürt, dass man etwas Gutes tut. Ich sitze im Bus, beobachte die Menschen und bin wacher denn je. Viel einfühlsamer, weniger Ich-bezogen und wie bekloppt es auch klingen mag, endlich mal im Einklang mit mir selber. Als Buddhistin sollte man alle Lebewesen achten und sie nicht töten. Und tatsächlich lebe ich nun auch, woran ich glaube. Das ist eine Menge gutes Karma für den Rest meines Lebens =)


2. Gesundheit

Durch die Umstellung auf die vegane Ernährung geht es einem besonders körperlich besser. Man fühlt sich nicht mehr so vollgefuttert und man hat weniger Heißhunger-Attacken. Zum Ersten Mal isst man bewusst, ausgewogen und gesund. Zu Beginn habe ich sofort gespürt, dass sich meine komplette Verdauung erst einmal umgewöhnen musste. Manchmal denke ich sogar, dass der Körper ein Stück weit entgiftet. Automatisch habe ich angefangen allgemein kleinere Portionen zu essen, dafür aber abwechslungsreicher oder auch mal Zwischensnacks zu essen. Der Süßkram hat sich sehr stark reduziert und so langsam gibt es nur ein kleines Stückchen Zartbitterschokolade an besonderen Anlässen oder, um sich auch mal was zu gönnen. Man tickt plötzlich anders und geht lieber Treppen zu Fuß hoch oder dreht abends noch gerne eine Runde an der frischen Luft.

3. Weniger Müdigkeit

Man ist abends manchmal schneller im Bett und fällt rundum glücklich in den Schlaf, um dann gegen 6 Uhr morgens schon wieder fit wie ein Turnschuh zu sein. Tagsüber hat man mehr Elan und das Gefühl etwas bewegen zu wollen.

4. Haut, Haare und Geruch

Durch die neuen veganen Hygieneprodukte erholt sich der Körper auch von der ganzen Chemie. Meine Haare fühlen sich super an und die Kopfhaut regeneriert sich. Ich war nie ein Mensch mit Pickelproblemen, aber man merkt, dass die gesamte Haut sich bessert. Alleine der Körpergeruch hat sich verändert. Es mag albern klingen, aber als Veganer duftet man deutlich angenehmer als früher. Man schwitzt weniger und der Geruch von den Anziehsachen ja bis hin zum natürlichen Geruch der Wohnung ist einfach viel besser geworden.

5. Koch-Lust

Man entdeckt soviel neues für sich, dass es einen zu Beginn sogar manchmal schon erschlägt. Ich koche noch intensiver als vorher und man schmeckt viele Nuancen im Essen heraus wie z.B. Gewürze, Aromen usw. Man experimentiert mehr mit den Lebensmitteln und hat auch endlich wieder Freude auch ganz neue oder für sich selber exotische Gemüse und Obstsorten auszutesten. Man entfaltet sich in der Küche noch einmal ganz neu und wird besonders kreativ. Alles ist möglich und spannend. Plötzlich läuft einem der Sabber aus dem Mund, wenn man an der Gemüsetheke vorbei schlendert. Man hat richtige Hungerattacken auf ganz bestimmte Gemüse oder Obstarten.

6. Kopfschmerzen werden geringer

Ich litt immer unter sehr starken Migräne Attacken. Diese sind nun nur noch sehr selten da. Meistens an Tagen, wo ich mal wieder etwas zu wenig getrunken habe (böse böse ;)). Und wenn sie mal auftauchten, waren sie deutlich schwächer und schnell wieder vorbei. Das beruhigt mich sehr, besonders weil ich in Zukunft ungerne auf starke Medikamente zurückgreifen möchte. Daher hoffe ich, dass es noch besser wird und sie mich bald gar nicht mehr plagen.

7. Kälte

Jetzt steht der Winter vor der Tür und natürlich ist auch mir langsam öfter mal kalt, aber wie ich höre geht es allen so. Viele sind erkältet oder krank geworden, doch ich bin wirklich überrascht, dass auch dieser Kelch an mir vorbei gezogen ist. Bislang geht es meinem Immunsystem offensichtlich so gut, dass ich stark genug bin gesund zu bleiben. Und an kalten Tagen mummelt man sich einfach in eine Kuscheldecke, mit lecker heißem Tee und einem guten Buch.

8. Harmonie zu Hause

ich bin viel ruhiger, ausgeglichener und glücklicher als zuvor. Dadurch lächel ich mehr, bin gut drauf und genieße den Alltag mehr. Tägliche Aufgaben und Arbeiten gehen einfacher von der Hand und in der Partnerschaft ist es nun auch viel harmonischer geworden. Wo man sonst sehr gereizt war, ist man nun geduldiger und kompromissbereiter. Gespräche verlagern sich hin zu viel interessanteren Themen. Man ist sich einig, auch in der Lebensweise und das verbindet. Dadurch, dass wir diesen veganen Weg zusammen angefangen haben und beschreiten, gibt uns das gegenseitig immens viel Kraft, Elan und Energie. Dinge, die man früher aufgeschoben hatte, erledigt man sofort. Man widmet sich mit Freude der Zukunft und hat das Gefühl alles wird sich ändern und verbessern. Es wird mehr zusammen gekocht, gelacht, erzählt und gekuschelt. Das ist einfach super!

9. Neugierde und Wissensdurst

Ich habe immernoch den Eindruck lange nicht am Ende meiner veganen Entdeckungsreise zu sein. Es gibt noch vieles was ich lesen und wissen will. So viele tolle Bücher, Tipps, Blogs und Rezepte, die auf mich warten. Noch so viele Fragen entstehen im Alltag, die ich mir noch beantworten möchte. Das ist ein schönes Gefühl. Aber auch ich habe manchmal Tage an denen ich davon genug habe und mal eine Pause brauche. Dann muntert mich mein Partner wieder auf, läd mich in ein nettes veganes Café zum Schlemmen ein oder er zaubert als Koch einfach mal etwas neues kreatives aus dem Kühlschrank und überrascht mich.

10. Freunde, die überraschen

Wenn du wieder mal über einen Anti-Vegan-Forum stolperst oder zum X-ten Mal dieselben kritischen Diskussionen im Internet liest, wenn du mal wieder von einem Bekannten einen blöden Spruch kassiert hast, kommen auch Tage an denen Freunde dich überraschen. Wenn Dir nur einer erzählt "Hey, ich hab mich von Dir inspirieren lassen, und heute dein veganes Sellerieschnitzel nachgekocht" ist das absolut amazing! Oder wenn eine liebe Bekannte mit ihrem Mann zum Geburtstag ein restaurant besuchen und auf der Speisekarte gucken, ob vegane Gerichte für mich dabei gewesen wären. Dann erfüllt mich das mit Stolz und Freude. Ich merke, dass auch mein Umfeld vielleicht nur ein bisschen oder auch nur ein winziges Stückchen achtsamer durch die Welt gehen. Sie fangen an sich über mich Gedanken zu machen, merken, dass man als Veganer doch kein Spinner sein muss. Sie sehen es schmeckt und reduzieren ihren Konsum von tierischen Produkten. Was wünscht man sich denn mehr? Freunde und Bekannte, die so lieb und tolerant mit einem umgehen, die ihre offene Neugierde nicht verlieren und immer ehrlich mit einem bleiben.
Dafür ein liebes Dankeschön ;) Ihr seid klasse!



Mittwoch, 8. Oktober 2014

Sellerieschnitzel mit Kartoffelecken und buntem Feldsalat

Schnitzel mal anders - dafür aber doppelt so gesund und lecker! Yammie!


Zutaten für 2 Personen:

4 kleine Kartoffeln
1 kleine Sellerieknolle
3-4 Radieschen
6 schwarze Oliven
etwas Feldsalat (etwa 2 Hände voll)
1 kleines Stückchen Gurke
1 Tomate
1 Frühlingszwiebel
ein paar Mungbohnensprossen
zwei Hand voll glatte Petersilie
2-3 Minzblätter
Olivenöl
Essig
Salz
Pfeffer
Paprika
1 EL Senf
1 Spritzer Sojasauce
5-6 EL Dinkelmehl
1 EL Hefeflocken
etwas Zitronensaft

Zubereitung:

Die Kartoffeln schälen und in kleine Würfelchen schneiden. Diese dann in eine Schüssel geben zusammen mit 2 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer, Paprikagewürz, 1 Hand voll klein gehackte glatte Petersilie. Deckel drauf und gut schütteln, damit die Kartoffelecken gut mariniert werden. Dann die Ecken auf einem Backblech mit Backpapier verteilen und darauf achten, dass sie schön alle etwas auseinander liegen. Dann das Blech in den vorgeheizten Backofen bei 180-200 Grad Ober- und Unterhitze etwa 30 Minuten goldbraun backen.

In der Zeit Topf mit heißem Wasser, etwas Salz und einem Spritzer Zitronensaft aufsetzen. Aus der Sellerieknolle zwei Schnitzelscheiben schneiden (etwa 1-2 cm dick). Je nach Personen oder Bedarf kann man sicher noch zwei kleine dazu machen, wenn man mag. Die Selleriescheiben dann 10 - 12 Minuten in kochendem Wasser vorkochen. Nicht zu lange, damit sie noch biss und Vitamine haben und nicht zu kurz, sonst wird das Schnitzel zu hart. Dann in einem Teller die Panade vorbereiten. Dazu ein wenig Wasser in den Teller und dann rührt man 1 EL Hefeflocken, etwa 5-6 El Dinkelmehl nach und nach in das Wasser ein, bis man merkt es wird etwas dickflüssiger. Nun noch Salz, Sojasauce, Senf, Pfeffer unterrühren. Einen zweiten Teller mit Paniermehl (geht auch gut Vollkorn-Paniermehl) vorbereiten. Sind die Selleriescheiben fertig gekocht, gut abtrocknen und dann erst in der Panade und dann in Paniermehl von beiden Seiten wälzen.
Dann brät man sie in einer beschichteten Pfanne mit etwas Öl ca. 5 Minuten bevor die Kartoffelecken aus dem Ofen müssen auf beiden Seiten goldbraun an. Fertig!

Dazu habe ich einen bunten Feldsalat gemacht. Also Feldsalat waschen und abtropfen lassen. Dann Radieschen, Oliven, Gurke, Tomate, Sprossen und Frühlingszwiebeln dazu. Alles mit 3 EL Olivenöl und 2 EL Essig, Salz und Pfeffer würzen. Als besonderen Pepp habe ich noch eine Hand glatte Petersiele und 3 Minzblätter gehackt und mit hinein gemischt, was den Salat besonders frisch und aromatisch gemacht hat. Wer noch einen Dip dazu mag: Veganer Ketchup passt immer gut ;)

Probiert es mal aus! Es war sooo herrlich lecker =)

Mae´s veganes Café in der Bonner Südstadt

Heute muss ich es unbedingt besuchen! Mae´s veganes Café in der Bonner Südstadt. In meiner Heimatstadt findet man neben mehreren Alnatura Märkten und einem Denns Markt auch noch so etwas Tolles wie ein rein veganes Café.



Liebevoll eingerichtet ist es dort richtig gemütlich und läd ein zum Wohlfühlen =) Beim Ambiente wurden sogar Teile der alten Kaffeerösterei beibehalten, wie z.B. der zauberhafte Tresen. Alles ist weiß, freundlich und man ist sofort willkommen. Ich habe gelesen, dass der Name Mae ein portugiesisches Wort für Mama ist und die Besitzerin Anke Cox den Namen gewählt hat, da er aus ihrer Zeit als Tänzerin stammt und sie in Mae´s Küche einige veganisierte Speisen aus "Mamas Küche" anbietet. Das fand ich eine zauberhafte Geschichte.



Zum ersten Mal können also Veganer in aller Ruhe und völlig entspannt ihren Besuch im Café genießen - auch mal ohne bei allem auf die Karte blicken zu müssen oder nachzufragen, ob dieses oder jenes auch vegan sei. Denn bei Mae ist einfach alles zu 100% vegan! Mit dem Café hat sich Anke, die wohl selber Veganerin ist einen kleinen Traum erfüllt und damit eine echte Marktlücke in Bonn gefüllt. Und es ist ein weiterer Beweis dafür, dass veganes Schlemmer sehr lecker sein kann. Hier gibt es neben Frühstück, Lunch auch Abendessen. Von liebevollen Süßspeisen wie Cupcakes bis hin zum leckeren Tageskuchen, auch leckere Gemüsetörtchen, Snacks und vegane Tagesgerichte, die sich abwechseln.



Selbst wenn man Nicht-Vegane Freunde einmal mit auf vegane Schlemmertour entführen möchte, scheint das Mae´s ein gelungenes Plätzchen dafür zu sein. Hier schmecken sogar der Cappuccino oder die Schokolade lecker. Für jeden Genuß-Fan ist etwas Tolles dabei! ;)


Das Café Mae´s findet man in der Königstraße 78 in 53115 Bonn. Man erreicht es von der Poppelsdorfer Alleé auch gut zu Fuß oder mit der 61 oder 62 Bahn (von Hbf Richtung Quirinusplatz) bis hin zur Königstraße. Geöffnet hat es immer Mo- Do von 10.00 - 18.00 Uhr, Fr von 10.00 - 22.00 Uhr und Samstags zum Brunchen von 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Mehr Infos gibt es auch auf der Internetseite des Mae´s hier.


Ich bin jedenfalls total begeistert, dass es so etwas Tolles in Bonn gibt. Das lässt vegane Herzen doch gleich höher schlagen. Und ich freue mich wie verrückt es ausgiebig zu testen! =)




Dienstag, 7. Oktober 2014

Was kann ich als Veganer bewirken?

Seit ich Veganerin geworden bin, musste ich mich auch mit dem Gedanken anfreunden in Zukunft einer gesellschaftlichen Minderheit bezüglich Ernährungs- und Lebensweise zu gehören. In Deutschland leben schätzungsweise 800.000 bis 1 Million Veganer. Zwar wächst die Anzahl der Menschen, die sich dazu entscheiden vegan zu leben stetig, doch ist der Markt und das Angebot für Veganer durchaus noch ausbaubar. Angefangen von dem Angebot an Bio-Supermärkten über Modegeschäfte bis hin zu veganen Restaurants. Wer nicht in einer veganerfreundlichen Großstadt wie Berlin lebt, hat manchmal das Nachsehen.

Doch Veganer stellen durchaus eine neue Zielgruppe für die Marktwirtschaft dar und tragen somit auf ihre Weise zum Wachstum bei. Durch den Verzicht auf tierische Produkte kann man durchaus sagen, dass sie Gutes tun für Tiere und Umwelt. Doch natürlich stellt man sich schnell diese eine Frage immer wieder:

Was wird es verändern, wenn ich Veganer werde?

Oft kann man sich nicht vorstellen, dass man als einzelner Kunde oder Mensch alleine etwas in der Welt bewirken oder verändern kann. Denn am Ende ist es so, dass auch wenn ich selber keine tierischen Produkte mehr konsumiere, die Menschen dennoch weiter konsumieren. Tiere leiden weiter und auch die Welt dreht sich weiter. Selbst wenn immer mehr Menschen in Deutschland umdenken und zu Vegetariern oder Veganern werden, und damit die Nachfrage nach tierischen Produkten senken oder Firmen zu boykottieren, die Experimente an Tieren nach wie vor unterstützen, so ändert sich der Markt selber nicht.

Je mehr die Nachfrage im Inland nach Fleisch, Eier, Mich, Käse oder Leder und Pelz sinkt, um so mehr reagiert der Markt und verlagert seine Gewinne auf den Export. Und auf der anderen Seite werden die Veganer eine neue Zielgruppe für den Markt darstellen, den es dann auch zu bedienen gilt.

Doch bevor man verzweifelt, sollte man den Wandel im kleinen Kreis betrachten. Natürlich kann man sich für die Rechte von Tieren bei Vereinen und Organisationen einsetzen. Man kann aber auch schon alleine durch die Tatsache etwas bewirken, dass man Veganer ist und vorallem, dass man rund um glücklich damit leben kann. Man beweist es sich am Ende jeden Tag selber, dass man auch ohne tierische Produkte gesund und auch genussvoll leben kann. Wenn man überzeugt davon ist, damit auch ethisch etwas Gutes zu tun, fällt es einem auch viel einfacher sich auf neue Produkte und Lebensweisen umzustellen. Das Leben ist nicht weniger lustig, schön oder gar genussvoll, nur weil man kein Fleisch mehr ist oder sein Gemüse nicht mehr mit Käse verfeinert. Im Gegenteil lernt man jeden Tag neue tolle Geschmacksnoten kennen. Und alleine die Tatsache, dass es geht, bewirkt schon eine Menge!

Die Reaktionen meiner Bekannten oder Familie sind vielschichtig. Ich war teilweise schockiert und auch durchaus positiv überrascht. Man trifft auf Menschen, denen es alleine schon Angst macht, wenn man nur erwähnt "vegan" zu sein. Aber wenn man es mal rein psychologisch betrachtet, ist selbst das durchaus eine menschliche Reaktion. Viele Menschen reagieren auf etwas, dass sie nicht kennen oder worüber sie zu wenig wissen häufig mit Ablehnung. Sie können und wollen sich partout nicht vorstellen ohne Fleisch, Eier, Milch, Käse oder Honig zu leben. Wie machst du das nur?! All die Vorurteile sind dadurch entstanden, dass es zu wenig wissenschaftliche Aufklärungsarbeit in diesem Bereich gibt.

Vegan zu leben sei ungesund - Ein Vorurteil, was sich eisern hält. Doch die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. So kann jede Ernährungsweise Mängel aufweisen, wenn man nicht alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine oder Mineralien zu sich nimmt. Und als Veganer achtet man denke ich sogar noch mehr als so manch Allesesser darauf, dass man sich abwechslungsreich und ausgewogen ernährt. Gerade ich achte darauf, was ich meinem Körper zuführe und woher all diese zahlreiche Produkte stammen. Der Veganer will noch viel mehr wissen, was er isst, statt blind zu genießen. Auch er ist ein Genußmensch! Vegan sein heisst ja nicht, dass ich nun weniger gerne und lecker schlemme als früher, nur weil ich es bewusster tun will und ohne das Tiere meinetwegen zu Schaden kommen. Ich bin bereit zu experimentieren und mich noch mehr in der Küche auszutoben, gerade weil ich Lebensmittel so mag.

Veganer sind genauso gesellig und lebensfroh wie andere Menschen. Sie laden gerne Freunde zum Essen ein und zeigen Ihnen so, dass auch vegane Küche super schmecken kann. Und da ist der entscheidende Punkt. Wenn man es schafft in seinem kleinen Bekanntenkreis die Menschen offener zu machen. Neugierige Fragen ruhig und sympathisch beantwortet, Vorurteile durch fundiertes Wissen abbauen kann und vielleicht sogar den ein oder Anderen dazu bewegen kann, tatsächlich noch einmal über seinen Konsum nachzudenken, dann HAT man etwas bewirkt. Das eine Rädchen bewegt im Idealfall zwei weitere Rädchen. Und wenn dann einer Mal zu mir sagt: Mensch, deinetwegen hat sich mein Leben nochmal verändert. Das wird ein Moment sein, wo ich stolz drauf sein kann.

Woran erkennt man eine Veganer? - Er erzählt es Dir. Auch an diesem dummen Sätzchen ist am Ende was dran. Vegan leben bedeutet auch bewusster und achtsamer leben, daher sind viele Veganer sehr stolz und voller Elan bei der Sache. Sie tragen T-Shirts mit Aufdrucken, setzen damit Zeichen und geben gerne ein Statement. Ja! Und wieso auch nicht? Jeder, der für sich im Leben etwas entdeckt, für das er sich begeistert, redet auch mal gerne darüber. Sei es Billiard, Musik oder sonst etwas. Und man darf nie vergessen, dass man als Veganer im gewissen Maß auch ein tierfreundlicher Aktivist ist. Allerdings ist Vorsicht geboten Menschen seine Sichtweisen aufdrücken zu wollen. So etwas geht leider meistens in die Hose. Konfrontiert man den durchschnittlichen Konsumenten damit, was er da isst oder unter welchen Bedingungen sein Produkt hergestellt wurde, will er das vielleicht garnicht wissen. Im Grunde seines Herzens weiß man, dass für das Steak ein Tier gestorben ist, aber hey, solange man es nicht selber töten musste oder dabei zusieht, ist es ja halb so wild. Viele sind nicht dumm, sie ahnen, was hinter verschlossenen Türen für schlimme Dinge ablaufen oder in den Produkten viele schlechte Stoffe drin sind, aber sich damit beschäftigen ist eine Last und dazu vergleicht man es ein Stück mit dem Verlust von Lebensqualität.

Wach werden kann man nur selber und auch nur man selber kann sich ändern. Daher versuche ich Menschen, egal welchen, immer den gleichen Respekt entgegen zu bringen, den ich mir von Ihnen erwünsche. Ich mache ihren Frühstücksspeck nicht madig, solange sie mir mein Tomatenbrot gönnen. Und manchmal hoffe und wünsche ich mir als Veganerin im Herzen, dass ich doch mal den ein oder anderen Bekannten habe, der tatsächlich offen ist und mal neugierig fragt. Solche sind mir lieber. Eher mal nachfragen und sich reinlesen, als Veganer als Spinner abzuwinken. Am Ende kann man sich doch nur ein echtes Bild von einer Sache machen, wenn man sich eingelesen hat oder es getestet hat. Vorurteile, egal auf welcher Seite, sind niemals gut.

Und ich denke auch, dass man es heute leider nicht schafft 100% vegan zu leben, da leider noch viel zu wenig Transparenz bei den Produkten herrscht. Es sollte viel mehr eine einheitliche Kennzeichnung geben und diese auch gesetzlich vorgeschrieben sein. Doch die Politik wird der Marktwirtschaft nicht in die Quere kommen. Daher ist "as vegan as possible" schon positiv genug. Als Veganer gibt man sein Bestes und das zählt weit mehr als alles andere. Und selbst wenn die Menschen anfangen schon weniger Fleisch zu essen, oder schonmal vegetarisch essen, ist das durchaus gut für die Erde.

In diesem Sinne - Bleibt für alles und jeden einfach offen. Fragt lieber nach als blind zu urteilen. Anders sein bedeutet nicht schlechter oder eckeliger, es ist halt einfach nur anders ;)

Zum Schluss noch ein super englisches Video, welches ich entdeckt habe, in dem eine Food Marketing Expertin mal aus dem Nähkästchen plaudert, wie man Konsumenten egal welches Produkt schmackhaft macht und wie man sie durch positive Darstellungen zum Kauf eines Produktes verführt ^^ Ich fand es sehr spannend und interessant: